Warmeinbetten in der Praxis

Warmeinbetten in der Praxis

Vorbereitungsarbeiten

  • Proben reinigen
    Die Proben müssen vor dem Einbetten gereinigt werden, um die Haftung des Einbettmittels zu verbessern. Am besten eignen sich dafür Aceton oder zumindest Ethanol. Auch die Reinigung in einem Ultraschallbad kann erforderlich sein. Anschließend müssen die Proben sorgfältig getrocknet werden. Gereinigte Proben werden nur mit Handschuhen oder Pinzette berührt.
  • Der Durchmesser der Probe wird an den des Zylinders angepasst, wobei der Abstand zur Zylinderwand etwa 3-5 mm betragen sollte.
  • Auch die Höhe der Probe wird angepasst, wobei die endgültige Höhe der Einbettung etwa 20 mm beträgt.
  • Abschließend wird das geeignetste Warmeinbettmittel gewählt.

Warmeinbettprozess

Einbettfedern

Warmeinbetten (mit Multiclips)

Kleine, dünne Proben können beim Warmeinbetten mithilfe von Einbettfedern festgehalten werden.

Einbettzylinder

Einbettzylinder, Warmeinbetten

Die saubere, trockene Probe wird in einen Einbettzylinder in einer Warmeinbettpresse gelegt und ein geeignetes Einbettmittel zugegeben. Das Einbetten erfolgt bei einer Temperatur von etwa 180 °C mit einem Druck von etwa 250 bar. Um die Einbettzeit so weit wie möglich zu verkürzen, wird mit Wasser gekühlt.

Warmeinbettmittel:

Duroplastische Einbettmittel

Duroplastische Einbettmittel

Duroplastische Einbettmittel härten bei erhöhten Temperaturen. Zur Vermeidung von porösen, uneinheitlichen Einbettungen muss der richtige Druck gewählt und konstant angelegt werden. Nach dem Aushärten der Einbettung kann die Probe nur durch Zerstörung der Einbettung entfernt werden.

Thermoplastische Einbettmittel

Thermoplastische Einbettmittel

Thermoplastische Einbettmittel sind weicher bzw. schmelzen bei erhöhten Temperaturen und härten beim Abkühlen aus. Diese Einbettmittel eignen sich insbesondere für druckempfindliche Proben. Das Einbettmittel wird zunächst erwärmt. Sobald es weich ist, wird der gewünschte Druck angelegt. Dadurch wird sichergestellt, dass das Einbettmittel auch in Poren und Risse eindringt.

Thermoplastische Einbettmittel können mehrmals aufgeschmolzen werden.

Vorwärmen

Vorwärmen

Bei porösen und/oder temperaturempfindlichen Proben, wie Mineralien oder elektronischen Komponenten, ist es häufig vorteilhaft, das Einbettmittel vor dem Anlegen von Druck vorzuwärmen. Das Vorwärmen ist auch bei thermoplastischen Einbettmitteln empfehlenswert.

Im Sensitiv Modus erfolgt das Erwärmen in zwei Schritten – Vorwärmen und Erwärmen – wobei der Druck nur im zweiten Schritt angelegt wird.

Temperaturempfindliche Proben

Temperaturempfindliche Proben

Bei allen Einbettmitteln kann die Temperatur der Einbettung auf ein Minimum von 150 °C verringert werden. Diese Möglichkeit ist insbesondere bei temperaturempfindlichen Werkstoffen vorteilhaft. Bei niedrigerer Temperatur muss die empfohlene Heizzeit entsprechend verlängert werden.

Angefaster Stempel

Angefaster Stempel

Eine eingebettete Probe kann scharfe Kanten aufweisen, die die Präparationsoberfläche beschädigen können. Dem kann mit einem Unterstempel mit angefastem Rand entgegengewirkt werden. Damit wird auch das Risiko von Schäden am Zylinder der Einbetteinheit durch harte Proben eliminiert.

Wahl des Einbettmittels/Auswahlhilfe

Die Wahl des Einbettmittels ist für den Erhalt der gewünschten Ergebnisse und die Erfüllung der Einbettanforderungen sehr wichtig.

Diese Auswahlhilfe enthält ausführliche Informationen, Ratschläge und Tipps zu den verschiedenen Warmeinbettmitteln. Zur Anwendungshilfe Warmeinbetten

Hot Mounting Sections tabel

Fehlersuche und -behebung – Warmeinbetten

Problem

Radiale Risse
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Ursache:
Unzureichender Abstand zwischen Rand/Ecke der Probe und Zylinderwand oder scharfkantige Probe.
Anwendungslösung:
Größeren Zylinderdurchmesser oder kleinere Probe verwenden. Der Abstand zwischen Probe und Zylinderwand muss mindestens 3 mm betragen, um Risse im Einbettmittel zu verhindern. Dies gilt insbesondere für scharfkantige Proben.
Schrumpfen
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Ursache:
Falsches Einbettmittel.
Anwendungslösung:
Neue Probe in einem Einbettmittel mit geringerer linearer Schrumpfung einbetten.
Blasenbildung
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Ursache:
Zu kurze Aushärtzeit.
Anwendungslösung:
Aushärtzeit verlängern oder Verfahrenstemperatur erhöhen.

Ursache:
Oberfläche zu stark ausgehärtet.
Anwendungslösung:
Verfahrenstemperatur senken.

Ursache:
Gaseinschlüsse in der Einbettung.
Anwendungslösung:
Einbettmittel vorwärmen.
Beulen
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Ursache:
Kühlung nicht ausreichend.
Anwendungslösung:
Kühlzeit verlängern.
Porosität
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Ursache:
Zu hohe Temperatur.
Anwendungslösung:
Verfahrenstemperatur senken.
Hohlräume bei großen Proben
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Ursache:
Zu kurze Aushärtzeit.
Anwendungslösung:
Aushärtzeit verlängern.

Ursache:
Zu hohe Temperatur.
Anwendungslösung:
Verfahrenstemperatur senken.

Ursache:
Unzureichender Druck.
Anwendungslösung:
Einbettdruck erhöhen.
Stumpfe Oberfläche
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Ursache:
Zu kurze Aushärtzeit.
Anwendungslösung:
Aushärtzeit verlängern.
Einbettung klebt an Stempeln
Mehr anzeigen
Ursache:
Unzureichendes Auftragen von Antihaftmittel.
Anwendungslösung:
Antihaftmittel vor Beginn des Einbettvorgangs immer in einer dünnen Schicht auf die Einbettstempel auftragen. Dadurch wird verhindert, dass Einbettmittel an den Stempeln festklebt und deren Bewegung stört.

Ursache:
Zu kurze Aushärtzeit.
Anwendungslösung:
Aushärtzeit verlängern.

Ursache:
Unzureichender Druck.
Anwendungslösung:
Einbettdruck erhöhen.
Einzelne Körner in der Einbettung sichtbar*
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Ursache:
Aushärten des Einbettmittels ohne Druck.
Anwendungslösung:
Druck im Heizzyklus erhöhen.

Ursache:
Zu kurze Aushärtzeit.
Anwendungslösung:
Aushärtzeit und/oder Temperatur erhöhen.

*Nur duroplastische Einbettmittel
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