Über die automatische Bildanalyse

In der Materialographie wird die automatische Bildanalyse in der Regel für die digitale quantitative Beurteilung eines Gefügebilds verwendet.
Zu den quantitativen Messungen gehören insbesondere Länge, Breite und Fläche. Diese werden zur Beurteilung der materialographischen Eigenschaften, wie Korngröße, Einschlüsse, Schichten, Phasen und andere Bestandteile, herangezogen.
Durch die Digitalisierung von Bildern lassen sich hohe Datenmengen verarbeiten, um so eine belastbare statistische Grundlage zu schaffen.
Softwaregestützte Automatisierung
Zeitaufwendige Verfahren wie manuelles Identifizieren, Zählen und Vergleichen werden durch softwaregestützte automatische Verfahren ersetzt. Dies lässt sich grundsätzlich auf zwei Wegen erreichen.
- Eine leistungsstarke allgemein einsetzbare Software wird in der Regel von Fachleuten für eine große Vielfalt von Analysen verwendet.
- Zur Optimierung einer einzigen Analyse oder weniger standardisierter Analysen wird eine weniger komplexe Spezialsoftware verwendet.
Durchführung einer automatischen Bildanalyse
Die Verwendung der automatischen Bildanalyse zum Vermessen der Dimensionen von Gefügemerkmalen verlangt grundsätzlich sechs Verfahrensschritte, die durchgeführt und, falls zutreffend, an die verwendete Normen angepasst werden.

1. Wahl der Probe
Wahl einer repräsentativen Probe, die alle fraglichen Eigenschaften umfasst.

2. Präparation der Probe
Erstellen einer Fläche ohne Artefakte, die von automatischen Bildanalysesystemen störungsfrei geprüft werden kann

3. Beleuchtung und Filter für das Bild
Verbesserung des Kontrasts und der Schärfe
4. Digitalisierung des Bildes
Umwandeln eines analogen Bilds in eine digitale Aufnahme

5. Bildverarbeitung
Entfernen von störenden Informationen; Bearbeiten des Bildes mit Softwarefiltern zur weiteren Verbesserung beispielsweise des Kontrasts

6. Vermessung des Bildes – Quantifizierung, Berechnung und Ergebnis
Ergebnis des gesamten Analyseprozesses